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Dublin auf einen Blick – Tipps und Highlights

Dublin

Irlands Hauptstadt Dublin ist nicht nur die größte Stadt des Landes, sondern auch eine der facettenreichsten. Mit dem gregorianischen Flair, der vielseitigen Kulturlandschaft und den einzigartigen Sehenswürdigkeiten bietet sich Dublin das ganze Jahr über für einen Besuch an. Zu dem locken tolle Ausflugzielen in die Natur, für die man nicht allzu weit rausfahren muss.

Anreise und Unterkünfte

Dublin lässt sich mit dem Flugzeug aus mehreren deutschen Städten bequem per Direktflug erreichen. Der Flughafen von Dublin liegt knapp 30 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die Buslinie 747 von Airlink und der Aircoach bieten für 6 bzw. 7 Euro (wer online bucht kann 1 Euro sparen) eine Direktverbindung ins Zentrum. Dort findet man viele moderne, aber auch sehr traditionelle Hotels. Übernachtungen in Dublin sind nicht ganz so günstig. Ich tue mich jedes Mal schwer, etwas passendes in der Hauptstadt zu finden. Entweder ist der Preis daran Schuld oder die schrecklichen Bewertungen: Zu laut (gerade in der Temple Bar Area, wo sich ein Pub an den nächsten reiht), zu dreckig, zu weit draußen (vor allem B&Bs. Die liegen meist in den Vororten Dublins). Wir sind bisher im Maldron Hotel* unterkommen oder privat per AirBnb*. Zwar lag unsere Wohnung auch etwas außerhalb des City-Centers, aber dank der stark frequentierten LUAS (Straßenbahn) waren wir echt fix im Zentrum.

Dublins Sehenswürdigkeiten

Dublin kann man, wenn man will schon an einem Wochenende entdecken. Viele Attraktionen und Sehenswürdigkeiten lassen sich bequem mit Bus und Bahn, aber auch zu Fuß erreichen. Beginnt man einen Rundgang durch Dublin am Speyer befindet man sich direkt auf der O’Connell Street mit seinen zahlreichen Geschäften, dem geschichtsträchtigen Hauptpostamt (es war Hauptschauplatz während des Osteraufstandes von 1916) und dem O’Connell Denkmal. Überquert man dann die gleichnamige Brücke befindet man sich im Süden der Stadt, wo sich der Hauptteil der Sehenswürdigkeiten tümmelt:

  • das berühmte Trinity College und das dort ausgestellte Book of Kells,
  • die Half Penny Bridge (mein persönlicher Liebling, näheres zu ihr findet ihr hier: All eyes on Dublin),
  • die in Irland viel besungene Molly Malone (seit Mitte 2014 nicht mehr beim Trinity College, sondern vor der St. Andrews Church in der Suffolk Street),
  • die große Einkaufsstraße Grafton Street,
  • der Erholungspark St. Stephens Green und das gleichnamige, imposante Shoppingcenter,
  • die gregorianische Altstadt,
  • der Stadtteil Temple Bar mit seinen zahlreichen Pubs, Restaurants und tollen Straßenmusikern.

(Bilder zum vergrößern anklicken)

Ganz im Stil von Dublins Stadtgeschichte, Wikinger gründeten im Jahr 842 das Dorf Duibhlinn, lassen sich die irische Hauptstadt und die aufgeführten Sehenswürdigkeiten auch mit der Viking Splash Tour zu Wasser und zu Land entdecken. Aber auch die berühmten Hop-on und Hop-off Busse fehlen in Dublin nicht. Die Tickets sind zwischen 24 und 72 Stunden gültig.

Kultur und Geschichte

Irlands ereignisreiche Geschichte spiegelt sich an vielen Orten in Dublin wieder. So zum Beispiel in den Docklands. Hier befindet sich das Famine Memorial. Dieses Denkmal erinnert an die große Hungersnot, die Irland Mitte des 20. Jahrhunderts heimsuchte.

Famine Memorial

Famine Memorial

Tausende Iren wanderten per Schiff nach Amerika aus. Zum Beispiel mit dem Segelschiff Jeanie Johnston. Davon berichtet habe ich hier schon einmal. Eine Besichtigung des Schiffes lohnt sich, da man wahnsinnig viel über die Zeit der großen Hungersnot erfährt. Passenderweise liegt es momentan nur wenige Meter vom Famine Memorial vor Anker.

Jeannie Johnston

Das Segelschiff Jeannie Johnston vor der Samuel Beckett Bridge

Ebenso spannend geht es im Kilmainham Gefängnis zu, welches im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. Viele irische Rebellenführer und nationalistische Politiker waren hier zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges inhaftiert. Eine Ausstellung und Original Sträflingszellen geben Einblick in das damalige Geschehen. Ich persönlich fand den Besuch des Gefängnisses klasse und will bald mal wieder hin. (Adresse: Inchicore Road, Kilmainham, Dublin 8.)

Kilmainham Gaol

Etwas weiter zurück in die Geschichte Irlands führt uns das Trinity College. Hier wird das Book of Kells ausgestellt. Das aufwendig verzierte Buch der Kelten ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bücher der Welt. Für mich war der wirkliche Hingucker aber die riesige alte Bibliothek, wie man sie aus Filmen kennt: Die oberen Bücher lassen sich nur mit Leitern erreichen.

Essen, Trinken und Ausgehen

Irlands Küche ist ja nicht gerade für herrausragende Spezialitäten bekannt, dennoch kann man in Dublin das eine oder andere Schmankerl finden. Irische Klassiker wie Irish Stew, Shephards Pie oder einen Fruit Crumble gibt es in den unzähligen Pubs der Hauptstadt. Zum Beispiel im Porterhouse im Stadtteil Temple Bar. Dort kann man sich zusätzlich durch die besten Biersorten aus der ganzen Welt trinken. Am besten bei cooler irischer Livemusik. Egal ob Rock, Pop oder traditionelle Folkmusik: Es gibt kaum einen Pub in Dublin, der auf Livemusik verzichtet. Gespielt wird meist sogar täglich, zumindest bis zu der Sperrstunde. :-)

Wer Einblicke in die Braukunst des Guinness haben möchte, ist im gleichnamigen Store House bestens aufgehoben. Zum Ende der Besichtigung kann man im Panaroma Deck ein frisch gezapftes Guinness bei herrlichem Blick über Dublin genießen. (Adresse: St James’s Gate, Dublin 8)

Mein persönlicher Tipp ist das Restaurant Jo’Burger. Hier gibt es mal ganz andere Burger Kombinationen. Egal ob mit karamelisierten Chilibananen, Mangosalsa oder rote Zwiebelsauce. Ungewöhnlich aber richtig lecker und toll präsentiert. Dazu eine Homemade Limonade und Süßkartoffelpommes. Ein Traum. Wer mehr wissen will, kann hier nochmal nachlesen. (Adresse: 4/5 Castle Market, Dublin 2)

Jo'burger Dublin

Was ich euch auch ebenfalls ans Herz legen kann, ist der Besuch im Gaiety Theater (zur Webseite). Wenn ihr Glück habt, könnt ihr dort die wunderbare Tanzshow „Riverdance“ sehen. Wir haben damals sogar 2 Tickets zum Preis von einem ergattert (klar wie das so in Irland typisch ist, siehe Irland.Irgendwie anders). Die Show in Dublin in einem kleinen, stilvollen Theater zusammen mit Einheimischen zu schauen, hat einfach ein ganz besonderes Flair. Viel imposanter und stimmungsvoller als in den großen Hallen in Deutschland. Das war zumindest meine Erfahrung. (Adresse: South King St, Dublin 2)

Bei schönem Wetter lohnt sich übrigens auch ein Besuch im Dubliner Zoo. Dieser liegt im riesigen Phoenix Park und ist eine liebevoll gestaltete Heimat für Tiere aus aller Welt. (Adresse: Phoenix Park, Dublin 8)

Ausflüge rund um Dublin

Wenn  ihr genug Zeit mitbringt, solltet ihr auf garkeinen Fall einen Ausflug in die Umgebung Dublins verpassen.

  • Howth, das idyllische Fischerdorf mit einem einzigartigen Panorama Wanderweg, sehr guten Fischrestaurants und einem 200 Jahre alten Hafen.

Howth

Howth

Howth

  • die Wicklow Mountains, eine immergrüne wunderschöne Landschaft durchzogen von Wasserfällen, Bergen und das alte Klosterdorf Glendalough.

Wicklow Mountains

Glendalough
– Dún Laoghaire, eine beliebte Hafenstadt, mit zahlreichen kleinen Geschäften, das Nationale Maritime Museum und den James Joyce Tower, über den ausführlich in Jocyes Werk Ulysses berichtet wird.

Howth und Dún Laoghaire lassen sich mit der Bahn erreichen. Die Wicklow Mountains nur per Auto oder im Rahmen einer Bustour. Ich selbst habe die Bustour schon 3 Mal gemacht und finde sie gut. Aber ich suche trotzdem noch eine Möglichkeit ohne Tour nach Glendalough zu kommen (Nachtrag: Glendalough Bus – St. Kevins Bus Services fährt täglich bis zum Visitor Centre von Glendalough. Vielen Dank für den tollen Tipp an Smaragdenmädchen), da man dort super spazieren kann..und das länger als in der „vorgeschriebenen“ Zeit. Für die Tour gibt es verschiedene Anbieter, die man in den Touriinfos buchen kann.

Es lohnt sich außerdem einfach in die DART (die irische Bahn rund um Dublin) zu steigen, an einer der Haltestellen auszusteigen und von dort zur nächsten zu wandern. Meist gibt es nämlich schöne Wege entlang der Küste. Zum Beispiel von Bray nach Greystones. Für den Weg benötigt  man ca. 3 Stunden.

Wer Lust hat den Spuren der Kelten zu folgen, dem lege ich die Celtic Experience Tour ans Herz. Viele Highlights der alten Kultur sind zum Glück im Osten Irlands zu finden, so dass man in rund 6 Stunden einiges zu sehen bekommt. Zum Beispiel die alte Klosteranlage Monasterboice oder den Hill of Tara. Ich selbst habe die Tour mit dem Anbieter „Over the tops“  unternommen und war sehr zufrieden. In die Wicklow Mountains fahren die übrigens auch.

Mellifont Abbey

Etwa 1,5 Stunden von Dublin entfernt, nahe der Stadt Drogheda, befindet sich ein weiteres tolles Ausflugsziel: Newgrange. Ein jungzeitliches Hügelgrab. Um dieses oder auch die Gräber Knowth und Dowth anzuschauen, muss man vor Ort eine geführte Tour buchen. Das lohnt sich aber. Ein Guide führt die kleine Gruppe dann ins innere des Grabes, löscht das Licht und simuliert dann, wie jedes Jahr am 21. Dezember (sofern der Himmel wolkenfrei ist), das Sonnenlicht durch die Höhlenöffnung fällt. Und das ist pure Magie! Anschauen lohnt sich! Von Dublin aus bietet z.B. Over the tops eine Tour an. Wer unabhängig unterwegs sein will, fährt am Besten bis nach Drogheda und steigt dort in die Linie 163 in Richtung Donore um. Aber Vorsicht: Der Bus fährt nur 2 mal am Tag.

Newgrange

Und nun bleibt nur noch eins zu sagen: Habt eine tolle Zeit in und um Dublin!

 

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