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Irlands Pyramiden: Bru na Boinne – Newgrange und Knowth

Newgrange

„It’s just magic, Janine“ (Es ist einfach wie Magie, Janine). Diese Worte klingen noch immer in meinen Ohren. Dabei ist es schon über 7 Jahre her, als sie mir mein Gastvater vor dem Besuch von Bru na Boinne mit auf den Weg gegeben hat.

Ich konnte mir damals nicht richtig vorstellen was er meint, zumal er sonst doch eher sachlich und weniger emotional war. Aber um es vorweg zu nehmen: Er hatte Recht. Das größte und meiner Meinung nach schönste der verschiedenen prähistorischen Hügelgräber – Newgrange – im Boyne Valley verzaubert. Nicht unbedingt von außen, aber von innen. Dazu gleich mehr. Erstmal nehme ich euch mit auf eine kleine Erkundung – und damit 5.000 Jahre in der Zeit zurück.

New Grange

5.000 Jahre – damit ist diese prähistorische Stätte älter als die Pyramiden und Stonehenge. So ist es nicht verwunderlich, dass man nicht genau weiß, welchen Zweck die Hügelformationen erfüllen sollten. Waren es Gräber, Tempel oder doch etwas ganz anderes?

Diese, nennen wir sie einfacher halber nur Gräber, wurden im Boyne Valley Tal errichtet. Man geht davon aus, dass mehr als 40 existierten. Um die Gräber herum siedelten die damaligen Einwohner. Es entstanden also auch Häuser und Arbeitsstätten.

Der Bau der Gräber zeugt von einem frühen Verständnis von Architektur, Astronomie, Bautechnik und Kunst.

Was auch immer passiert sein mag – (geschätzt) 2.900 vor Christus verließ man die Gräber. Die angrenzende Umgebung wurde für Rituale und Zeremonien genutzt. Es entstanden Kreis-Gruben. Mit der Zeit wurden die Aktivitäten rund um die Gräber immer weniger.

Es gibt viele Geschichten und Mythen rund um die geheimnisvollen Gräber. Eine von ihnen besagt, dass weit vor den Kelten die „Tuatha Dé Danaan“ – das Volk der Gottheit Danu, Irland regierten. Sie sollen übernatürliche Kräfte gehabt haben und als die Kelten kamen, zogen sie sich in die Hügel und Gräber zurück.

Hier die Gräber von Knowth:

Knowth

Knowth

Vielleicht fühlt sich Newgrange deshalb so magisch an. Vielleicht liegt es aber auch daran: Geht man in das Hügelgrab hinein (nur mit Guide übrigens!), gelangt man nach wenigen Sekunden in einen kleinen Raum. Und dann wird das Licht ausgemacht. Kurze Zeit sieht man seine eigene Hand vor Augen nicht. Dann wird demonstriert, was einmal im Jahr – und zwar immer im Dezember zur Wintersonnenwende passiert: Ein Lichtstrahl schlängelt sich von der kleinen Öffnung über dem Eingang durch den 19 Meter langen Gang und erhellt plötzlich den ganzen Raum. Dieses Gefühl, dieses Schauspiel (wenn auch künstlich nachgestellt) ist einzigartig. Es ist für einen Moment so als bliebe die Zeit stehen. Das Licht bewegt sich immer mehr auf die staunenden Besucher zu und nimmt dann den ganzen Raum ein.

Hier der Eingang und die Öffnung, durch die das Sonnenlicht fällt:

Newgrange

Newgrange

Ich könnte es mir immer und immer wieder anschauen und wäre trotzdem jedes Mal von Neuem fasziniert.

Wenige Glückliche können, bei gutem Wetter zumindest, diese Erfahrung mit echtem Sonnenlicht live erleben. Karten dafür kann man nicht kaufen. Stattdessen wirft man seinen Namen in einen Los-Topf und hofft dann darauf gezogen zu werden. Das ist die Newgrange Lotterie.

Seit 1993 gehören Newgrange, Knowth und Dowth – die 3 prähistorischen Kultstätten im Boyne Valley – zum Unesco Weltkulturerbe.

Um die Ganggräber zu besichtigen, muss man sich im Visitor Center anmelden bzw. die Tickets kaufen. Es gibt keinen öffentlichen Zugang zu den Gräbern, abgesehen von dem Tag der Wintersonnenwende. Vom Visitor Centre aus fährt man mit einem Shuttle nach Knowth und Newgrange. Die Kammer von New Grange darf man nur mit einem Guide betreten, welcher dann auch die Lichtsimulation durchführt.

Von Dublin aus werden Touren nach Newgrange angeboten. Zum Beispiel von Overthetops oder Mary Gibbons. Ich kenne hiervon nur den Over The Tops Anbieter, mit welchem ich schon die Celtic Experience Tour gemacht habe.

Wer individuell anreisen möchte, kann das mit dem Auto (fahrt direkt zum Bru na Boinne Visitor Centre) oder mit Bus und Bahn. Von Dublin aus mit dem Bus oder der Bahn nach Drogheda. Von dort weiter mit der Buslinie 163 Richtung Donore. Hier findet ihr den Fahrplan. Der Bus fährt allerdings nur zwei Mal am Tag. Am Sonntag nur in der Sommerzeit.

Das Kombiticket für Knowth und Newgrange kostet 11,00 Euro. Weitere Preise und Öffnungszeiten findet ihr auf dieser Homepage. Hier gibt es auch Bilder von der Wintersonnenwende und weitere nützliche Infos. Allerdings nur auf Englisch.

Newgrange

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Weltentdecker, Erdbeerfee, Kolibri-Geschwirr- und Hundenasenstupser-Verliebte. Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und den schönsten Orten der Welt!

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