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Georgien – unsere Highlights

Georgien Highlights

Viele Monate haben wir uns auf das kleine Land am großen Kaukasus und Schwarzen Meer gefreut, Reportagen geschaut und Blogbeiträge gelesen. Und dann war es im Juni endlich soweit. Wir landeten in Tiflis und erkundeten von dort aus das Land. Es zog uns in die Berge, in die Wüste, zu alten Dinosaurier Spuren und ans Schwarze Meer.

Georgien – das ist ein unglaublich facettenreiches Land, bewohnt von herzlichen und hilfsbereiten Menschen, denen niemals das Käsebrot (Khachapuri) und der leckere Hauswein ausgeht. Es ist nicht immer ganz einfach das Land zu bereisen, vor allem dann, wenn die Highlights abseits von Städten und wichtigen Dörfern liegen, aber die Mühe lohnt sich definitiv.

Seht selbst…hier kommt das beste aus 4 Wochen Georgien. (Nur Tiflis verdient noch einen separaten Beitrag…)

Davit Gareja – Was für Ausblicke

Davit Gareja ist ein aus dem 6. Jahrhundert stammender alter Klosterkomplex an der Grenze zu Aserbaidschan. Gelegen auf dem Berg Udabno, umgeben von Einöde, Steppe und fantastischen Ausblicken. Es war der erste Ausflug ins Umland den wir von Tiflis aus gemacht haben und es hat sich sowas von gelohnt.

Davit Gareja Höhlenkloster

Faszinierend sind neben der karg-anmutigen Landschaft, die in Sandstein gehauenen Mönchszellen, die man über einen Rundweg erreicht. Der Aufstieg ist anstrengend, aber die Aussicht hat uns absolut umgehauen. So viel beindruckende Weite.

Davit Gareja Georgien Ausblick

Für die Wanderung rund um den Berg, auf dem sich immer wieder kleine (kühlende) Höhlen befinden, sollte man 1,5 – 2 Stunden einplanen.

Auf dem Rückweg haben wir noch Halt im Hostel Oasis Club gemacht und lecker gegessen. Beim nächsten Mal könnten wir uns auch eine Übernachtung in den einfachen, aber irgendwie urbanen Doppelzimmern vorstellen.

Wer wie wir ohne Mietwagen unterwegs ist, nutzt am besten das tolle Angebot von der Davit Gareji Line. Jeden Tag um 11 Uhr fährt ein Kleinbus vom Pushkin Sqare (direkt beim Liberty Square) in Tiflis zu den beeindruckenden Höhlenkomplex. Preis momentan 25 GEL pro Person. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Zurück in Tiflis ist man gegen 19 Uhr.

Mehr Infos: www.facebook.com/gareji.line/

Alte Felsenstadt Uplistsikhe und Stalins Geburtstort Gori

Wir dachten eigentlich Davit Gareja wäre nicht zu toppen und dann kam Uplistsikhe. Eine uralte Festungs- und Höhlenstadt in der Nähe von Gori (6. Jahrhundert vor Christus). Einst existierten dort Amphitheater, Apotheke, Bäckereien, ja sogar ein Gefängnis. Heute sind nur noch die in Stein gehauenen Wohnhäuser, Treppen und Wassersysteme wirklich erkennbar, aber nicht minder beeindruckend. Diesen Ort muss man einfach selbst gesehen haben!

Uplistsikhe Felsenstadt Georgien

Faszinierendes Uplistsikhe

Um die Anlage zu besichtigen benötigt man mindestens 1,5 Stunden. Der Eintrittspreis liegt bei 5 GEL pro Person.

Uplistsikhe Felsenstadt Detail

Höhle im Detail

Da die Felsenstadt nicht direkt an Gori grenzt, fährt man entweder mit der Marshrutka nach Metheki und läuft von dort knapp 2 Kilometer (Abfahrtsort am großen Busbahnhof) oder man nimmt sich ein Taxi. Je nach Verhandlung kostet dies zwischen 20 und 30 GEL inklusive Wartezeit. Da wir die Marshrutka knapp verpasst hatten, leisteten wir uns das Taxi. Der Grundpreis betrug 20 GEL inkl. 1 Stunde Wartezeit, jede weitere halbe Stunde Wartezeit kostete 5 GEL extra.

Zurück in Gori, der Geburtsstadt Stalins, statteten wir dem ihm gewidmeten Museum einen Besuch ab. Es ist grotesk in einem Museum zu stehen, dass ihn verherrlicht und irgendwie anhimmelt. Aber es war interessant es mal gesehen zu haben. Vor allem seinen privaten Zug und sein ehemaliges Wohnhaus.

Gori erreicht man mit Marshrutkas oder dem Zug. Wir haben den Zug für 7 GEL p.P. vorgezogen und waren den ganzen Tag in Gori und Uplistsikhe unterwegs.

Entspanntes Mtskheta

Klein aber fein ist der Ort Mtskheta, der knapp 30 Minuten Fahrtzeit von Tiflis entfernt liegt. Das Zentrum der Stadt ist absolut touristisch – aus gutem Grund: Die Festung Armasziche und die unmittelbare Umgebung sind unglaublich idyllisch. Überhaupt findet man hier etwas Ruhe vom wuseligen, aber sympathischen Tiflis.

Mtskheta

Und wie in Georgien üblich, gibt es auch hier eine Kirche, die über allem thront. Das Javri Kloster befindet sich auf der anderen Seite des Flusses. Der Ausblick von hier oben ist definitiv sehenswert.

Ausblick vom Kloster Javri

Ausblick vom Kloster Javri

Die Fahrt zum Kloster kostete uns inkl. 30 Minuten Wartezeit 20 GEL. Wahrscheinlich geht das noch günstiger, aber wir hatten keine Lust auf verhandeln.

Von Tiflis nach Mtskheta kommt man mit einer Marshrutka. Diese fahren vom Bahnhof Didube ab. Preis pro Person 1 GEL. Für den Besuch der Stadt Mtskheta und die Fahrt zum Javri Kloster sollte man einen halben Tag einplanen.

Svanetiens traumhafte Berglandschaft: Mestia

Die Kleinstadt Mestia liegt auf 1.500 Meter Höhe in der idylischen Bergregion Svanetien. Schon die Anfahrt ist bei guten Wetter atemberaubend. Und das im doppelten Wortsinn: Die Berge sind unglaublich imposant und majestätisch; die Abgründe steil und tief.

Angekommen in Mestia zeigt sich bei gutem Wetter, dann eine wunderschöne Kulisse. Berge, zerfallene Wehrtürme (die Wahrzeichen der Bergdörfer in Svanetien) und alte Steinhäuser, die sich am Bergkamm aneinanderreihen.

Mestia Dorf

Im Dorf selbst finden sich ein paar Restaurants, Museen und kleine Shops, die das notwendigste verkaufen. Über 9.000 Menschen sollen in Mestia leben. Tatsächlich trifft man gefühlt aber auf mehr Touristen als auf Einheimische.

Vor allem wenn man auf den Wanderrouten unterwegs ist. Die wohl beliebteste ist die von Mestia nach Ushguli. Es handelt sich hierbei um einen 3-5 Tages Track. Wir haben lange überlegt, ob wir uns da ran trauen sollen, weil uns jedoch das nötige Equipment fehlte und auch die Wetteraussichten nicht so rosig waren, entschieden wir uns für 2 Tagestouren, die uns immer wieder zum Ausgangspunkt Mestia zurück führten.

Wanderung zu den Koruldi Lakes

So nutzten wir den besten Tag der Woche für eine Wanderung zu den Koruldi Lakes. In der Touristeninformation hatten wir uns eine Art Wanderkarte besorgt. Andi zog sich den Track noch aufs GPS Gerät und dann ging es los. Und zwar: Immer bergauf.

Mestia Berglandschaft

Der Track ist mindestens 15 Kilometer lang. Je nachdem, ob man am ersten Gipfelkreuz (siehe Karte Punkt 2), wieder umdreht oder weiter zu den Seen läuft. Wir selbst sind bis zu den Koruldi Lakes gelaufen und haben den Track als sehr anstrengend empfunden, da die Anstiege kein Ende nahmen und der Abstieg zum Ende der Tour eine absolute Zumutung für die Knie war. Trotzdem lohnt sich all die Mühe, denn die Ausblicke sind einfach unbeschreiblich schön.

Koruldi Lakes Route Mestia Wanderung

Warum auch immer: Die Kilometer Zahl muss verdoppelt werden, während die Stundenzahl so passt.

Wanderung zum Chalaadi Gletscher

Durchaus einfacher ist die Wanderung zum Chalaadi Gletscher. Hier sind nur 400 Meter Aufstieg zu überwinden, allerdings in mehreren Etappen und eher weniger steil.

Die meisten Wanderer lassen sich von Mestia aus bis zur Hängebrücke, wo die eigentliche Gletscherwanderung beginnt (siehe Karte Punkt 3), mit einem Auto fahren, da man zum größten Teil an einer staubigen, vielbefahrenen Straße entlangläuft. Wir selbst hatten uns vorgenommen, die Strecke gänzlich zu wandern, wurden dann aber überraschenderweise von zwei Bauarbeitern im LKW mitgenommen. Nachdem uns die Wanderung vom Vortag noch in den Knochen steckte war das gar nicht so schlecht. Zurück sind wir dann allerdings komplett gelaufen und empfanden die Strecke als einfach und schön.

Gletscherwanderung Mestia

Der Weg zum Gletscher von der Hängebrücke aus, ist sehr abwechslungsreich. Es geht buchstäblich über Stock, Stein und Geröll. Durch Waldabschnitte, entlang am Wasser und dann plötzlich geradezu auf den Gletscher mit einem atemberaubenden Panorama. Läuft man die Strecke komplett hin- und zurück sind das 25 Kilometer. Von der Hängebrücke zum Gletscher und wieder zurück sind es um die 4 Kilometer.

Wanderung Mestia Chalaadi Gletscher Georgien

Auch hier. Kilometer verdoppeln. Laufzeit bleibt gleich.

Anfahrt nach Mestia z.B. über Kutaissi oder Zugdidi (20 GEL p.P.) mit der Marshrutka, von Tiflis aus per Flugzeug.

Hoteltipp: Marina´s Guesthouse* mit sauberen und großzügigen Zimmern, modernen Badezimmer und super leckeren Frühstück

Ushguli: Svanetiens Perle

Wer es noch abgelegener, einsamer und authentischer mag, der sollte unbedingt den mühseligen Weg nach Ushguli auf sich nehmen. Die kleine Gemeinschaft, bestehend aus 4 winzigen Bergdörfern, liegt auf 2.100 Meter Höhe, knapp 45 Kilometer von Mestia entfernt. Da eine richtige Straße erst noch im Bau ist, benötigt man um die 3 Stunden für die Anfahrt. Und das auch nur, wenn alles gut läuft. Da die jetzige Straße (bestehend aus Schlamm, Modder, Wasserläufen…) immer mal wieder überflutet oder von Steinlawinen versperrt ist, kann sich die Anfahrt, so wie bei uns, auch um einige Zeit verzögern.

Ushguli Bergdorf

Was für eine Kulisse. Ushguli.

Hat man es aber endlich nach Ushguli geschafft wird man definitiv belohnt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Urig, rustikal, zerfallen und irgendwie mystisch. Aber auch extrem matschig. Wer sich im Dorf fortbewegt, muss gut aufpassen nicht ständig in den Hinterlassenschaften von Kühen, Pferden und Schweinen zu treten, die sich auf den matschigen Wegen gern ausleben.

Ushguli Matschwege

Vorsicht: Überall Matsch und Mist

In Ushguli gibt es 2 Cafés die morgens, mittags und abends etwas zu Essen anbieten. Schnell wird man hier bei mehreren Tagen Aufenthalt zum Stammgast.

Essen kann man aber auch in den Gästehäusern und kleinen Hotels, die fast alle ebenfalls 3 Mahlzeiten anbieten.

Übrigens: Man sollte nicht vergessen ausreichend Bargeld mitzunehmen. In Ushguli gibt es keinen Geldautomaten und Unterkünfte, Verpflegung, ggf. Reitausflüge sowie Rückfahrt nach Mestia müssen bar bezahlt werden. Aufgrund der Abgeschiedenheit sind die Preise etwas höher als im Rest Georgiens. Für ein Abendessen muss man so mit ca. 20 GEL pro Person rechnen.

Wanderung zum Shkhara Gletscher

Nun aber zum Highlight. Die Wanderung zum Shkhara Gletscher. Ushguli selbst ist ja schon in einer traumhaften Kulisse eingebettet, aber bei der Wanderung zum Gletscher, werden die Ausblicke einfach noch schöner. Satt sehen ist unmöglich.

Ushguli Shkhara Gletscher Wanderung

Der Track zum Gletscher ist recht gut markiert und einfach zu laufen. Man sollte allerdings unbedingt wasserfeste Schuhe anziehen oder so wie wir Treckingsandalen. Immer wieder muss man nämlich Abschnitte des Enguri Flusses durchqueren. Wanderstöcke sind in diesem Fall eine gute Idee, um Halt gegen die Strömung zu bekommen. Für den insgesamt 16 Kilometer langen Trail benötigt man 5-6 Stunden. Da hier der Weg das Ziel ist, sollte man den Weg nur bei klarem Wetter laufen, dann sind die Aussichten am tollsten.

Achtung, es wird nass. Wie so oft auf der Wanderung. Dies ist aber die tiefste Stelle.

Fahrt von Mestia nach Ushguli mit Jeep oder Marshrutka (zwischen 20 und 40 GEL, je nach Verhandlung und Personenanzahl). Am besten 1 Tag vorher die Tickets in den kleinen Shops nahe des Marktplatzes kaufen.

Ushguli Wanderung Shkhara Gletscher

Batumi – Georgiens Las Vegas?

Batumi. Das ist das absolute Kontrastprogramm zu den Dörfern in Svanetien. Nicht nur die Lage am Meer, auch all der Luxus und die Annehmlichkeiten, die die Stadt mit sich bringt. Genannt wird Batumi auch das Las Vegas Georgiens. Nun bin ich zwar überhaupt kein Las Vegas Fan – deswegen wollten wir zunächst auch gar nicht so viel Zeit dort verbringen – aber dann entschieden wir uns doch für eine Verlängerung. Zum Glück.

Batumi Altstadt

Batumis schöne Altstadt

Batumi Altstadt Georgien

Batumi zeigt sich von 2 Seiten: Zum einen findet man die wirklich hübsche Altstadt, mit tollen Gebäuden und Plätzen. Einige davon wurden erst vor ein paar Jahren neu konzipiert und aufgebaut, andere haben lange Tradition. Zum anderen findet man das moderne Batumi mit unzähligen Wolkenkratzern, einer kilometerlangen Strandpromenade und allerlei Schnick Schnack. Zum Beispiel Wasserspielen, die jeden Abend von 21:00 bis 2:00 Uhr in Aktion sind. (Richtig schön!)

Batumi bei Nacht

Batumis Springbrunnen in Aktion

Wir selbst haben uns in einem der modernen Hochhäusern ein Apartment* mit Blick aufs Schwarze Meer gemietet und haben uns sehr wohl gefühlt. Preislich liegen Unterkünfte und Verpflegung über dem georgischen Niveau.

Wer in Batumi ist, sollte sich unbedingt ein Fahrrad mieten, um damit die gesamte Promenade abzufahren. Und natürlich einen Sprung ins Schwarze Meer wagen. Zwar ist der Strand nicht so schön – durchzogen mit großen Steinen – aber das Wasser ist herrlich mild – sowohl von der Temperatur als auch vom Salzgehalt.

Zwischen Dinosauriern und Tropfsteinhöhlen: Kutaissi

Kutaissi ist für viele Touristen lediglich ein Durchgangsort. Der Billigflieger Wizzair bietet nämlich aus vielen europäischen Städten Non-Stop Flüge an. Wir selbst haben Kutaissi jedoch  aus 2 Gründen bewusst angesteuert:

In der Gegend befindet sich eine wunderschöne, beeindruckende Tropfsteinhöhle mit den Namen Prometheus.

Prometheus Höhle Georgien

Prometheus Tropftsteinhöhle

Außerdem – und darauf waren wir besonders scharf – kann man in Sataplia Dinosaurier Fußabdrücke bestauen. Es sind nicht viele, aber es war irgendwie doch spannend und faszinierend diese zu sehen und sich dann beim anschließenden Spaziergang durch den Wald vorzustellen, wie dort einmal T-Rex sein Unwesen getrieben hat.

Dinospuren Sataplia Georgien

Dinospuren 🙂

Sataplia Georgien T-Rex

Am besten kombiniert man die Prometheus Tropfsteinhöhle und Sataplia miteinander. Wir haben uns mit 2 Mädels ein Taxi geteilt. Dafür empfehlen wir das Unternehmen Maxim. Fahrtkosten und Wartezeit (je etwas mehr als 1 Stunde) haben 50 GEL gekostet.

Dazu kommt der Eintritt von 7 GEL pro Person für die Prometheus Höhle und 6 GEL für Sataplia. Achtung: Montag sind beide Anlagen geschlossen. (Das gilt für vieles in Georgien. Montag ist hier für viele Museen und andere Sehenswürdigkeiten Ruhetag.)

Bagrati

Bagrati Kathedrale

Wer in Kutaissi so wie wir länger bleibt, sollte auf jeden Fall noch einen Abstecher zur Bagrati Kathedrale machen. Der Ausblick von hier oben ist fantastisch. Außerdem weht meistens ein laues Lüftchen und der knorrige, alte Baum bietet viel Schatten. Wenn man Glück hat tritt sogar noch eine georgische Volksgruppe auf, die sich hier öfters nach der Arbeit zu sammeln scheint. Bei uns haben sie am Montag zueinander gefunden und gesungen. (Wahrscheinlich, weil alles andere Sehenswerte zu hat und die Chance auf mehr Touristen größer ist.) Dieser Platz jedenfalls wurde zu unserem Lieblingsort.

Kutaissi Männerchor

Georgischer, traditioneller Chor

Empfehlenswert ist auch der Besuch der Markthalle. Das Obst schmeckt genauso wie es schmecken muss: Süß, saftig, fruchtig. Man sollte vorher trotzdem probieren. So ist es hier üblich.

Besonders lecker gegessen haben wir in den Restaurants Palaty und Baraqua. Besonders schöne Aussicht beim Essen hatten wir im Restaurant / Café Gardenia, welches direkt am Fluss liegt und einen schönen Außenbereich besitzt.

Allgemeine Reisehinweise zu Georgien und Routenvorschlag

Fortbewegung

Momentan ist Georgien für die meisten noch nicht die Top Urlaubsdestination. (So ist die Frage Nummer Eins unter anderen Reisenden auch: Und wie seid ihr auf Georgien gekommen?) Das heißt allerdings auch, dass es nicht immer ganz einfach ist dort hinzukommen wo man hinwill. Im Fortbewegungsmittel Nummer 1 – den Marshrutkas – wird zum Beispiel so lange gewartet bis der Bus voll ist. Wenn man Pech hat und in entlegeneren Gebieten, wie Svanetien unterwegs ist, dauert das ewig.

Private Fahrer sind auch eine Option. Kosten natürlich um einiges mehr und bieten weniger Fahrgelegenheiten von Ort zu Ort an, sondern eher  Touren zu den Highlights des Landes.

Bahnfahren ist dafür sehr einfach und günstig. Wir selbst sind folgende Strecken gefahren:

Tiflis – Zugdidi (von dort weiter nach Svanetien) (15 GEL p.P.)
Batumi – Kutaissi (2 GEL p.P.)
Kutaissi – Tiflis (8 GEL p.P.)
Tiflis – Gori (7 GEL p.P.)

Hinweis: Bei den Langstrecken, muss man seinen Reisepass zum Ticketkauf mitnehmen.

Außerdem gibt es auf den frequentiertesten Strecken auch Reisebusse mit festen Abfahrtszeiten.

Übernachten

Unterkünfte in Georgien sind günstig. Wir haben im Schnitt für 25 Euro pro Nacht in Gästehäusern, Hotels und Apartments gut bis sehr gut gewohnt. Frühstück kostet meist extra. In Batumi sind die Übernachtungspreise fast doppelt so teuer.

Gebucht haben wir erst als wir bereits in Georgien waren. Das hat über die gängigen Buchungsplattformen super geklappt.

Essen

In Georgien wird sehr deftig gegessen. Und mit sehr viel Käse.

Auf der Speisekarte fehlen garantiert nie Khachapuri (Käsebrot), Khinkali (gefüllte Teigtaschen), Lobio (Bohneneintopf), Schaschlik und Kebab, Lobiani (Brot gefüllt mit Bohnenpaste) und Tomaten-Gurkensalat.

Georgien Essen

Khachapuri mit Kebab (die beiden weißen Rollen), Tomatensauce und Ojakhuri (Schweinefleisch mit Zwiebeln und Kartoffeln)

Sehr beliebt sind außerdem die traditionellen Saucen: Tomate, Tkemali (saure Pflaumen) und Adjika (scharfe Peperoni und Kräuter).

Auch gern gegessen werden Salate. Zum Beispiel Rote Bete Salate oder Gemüse-Kartoffel Salate. Dabei wird zum würzen meist sehr viel Dill verwendet, was einfach super dazu passt.

Georgien Essen gedeckter Tisch zu Gast bei Freunden

Zu Gast bei Freuden: Hier war der Tisch erst halb gedeckt. Man sieht einige Salate, Sulguni Käse, eine Art Lasagne (nur mit Käse gefüllt), Hähnchen, Joghurt…

Zum dazu knabbern gibt es neben dem traditionellen Puri Brot, frische Kräuter und Frühlingszwiebeln.

Georgien Esssen Khinkali

Khinkali, Tkemali Sauce, Sulguni Käse und Brot

Gemüsemäßig liegt die Aubergine ganz weit vorne. Sie wird meistens mit einer Nusspaste serviert. Und der Star unter den Fischen ist zu meiner Freude die Forelle. Sie wird im ganzen Land schmackhaft serviert. (Probieren sollte man sie auch mal mit Granatapfelsauce. Sehr lecker.)

Routenvorschlag

Tiflis / je nach Möglichkeit 4-6 Tage. Es gibt in und um Tiflis viel zu entdecken.

Zugdidi -> Mestia / Von Tiflis nach Zugdidi und dann am gleichen oder nächsten Tag nach Mestia. 2-3 Tage.

Ushguli / 1-2 Tage

Batumi / 2-5 Tage (aber nur wenn man auch mal 1 oder 2 Tage im Schwarzen Meer verbringen möchte)

Kutaissi / 1-2 Tage / von Kutaissi Rückflug nach Deutschland oder Rückfahrt nach Tiflis

Obwohl wir 4 Wochen in Georgien verbracht haben, haben wir nicht alle Highlights des Landes gesehen. Einen Besuch der Höhlenstadt Vardzia, sowie den Ausflug nach Kazbegi haben wir uns fürs nächste Mal aufgehoben. Auf folgenden Seiten findet ihr dazu aber tolle Berichte:

A world Kaleidoskope – Backpacking in Georgien

My Travelworld – Von Las Vegas, besseren Alpen und anderen Vergleichen

Weltreiseforum – Tipps und Sehenswürdigkeiten

Reiselieber – Trekking in Svanetien

16 Kommentare

  1. ich hatte von georgien bisher wirklich keine ahnung, insofern fand ich deinen bericht wirklich sehr interessant. sieht ja echt super vielseitig aus das land und als hättet ihr wirklich tolle dinge erlebt!

    • Janine sagt

      uns ging es genauso. hätte ich nicht eine georgische freundin, hätte es uns hier bestimmt nicht her verschlagen. aber nun bin ich begeistert. georgien ist ein tolles und relativ einfaches reiseland 🙂

  2. Sabrina Günter sagt

    Wow, wow, wow! Wie immer ist eure Reiselust ansteckend! Wunderschöne Bilder von einem Land, auf das ich als Reiseziel nicht gekommen wäre! Danke, dass ihr uns mitnehmt und an euren wunderbaren Erlebnissen teilhaben lasst!

    • Janine sagt

      Wir wären ja auch nicht unbedingt auf Georgien als Reiseland gekommen, sind jetzt aber doch total froh, das wir dort gewesen sind und können uns auch vorstellen, dort mal wieder hinzufliegen. 🙂 Schön, dass du uns weiter verfolgst. 🙂 Wir freuen uns total!! Ganz liebe Grüße nach Berlin.

  3. Die Vorfreude steigt und dazu hat dein Bericht auch noch mehr zu beigetragen. Im übrigen hast du mich sogar auf eine Idee gebracht. Wir möchten auch gern einige Tage um Mestia trekken. Da wir sehr viel Kameraausrüstung zu tragen haben, benötigen wir eigentlich einen Träger für die Rücksäcke mit den Klamotten. Habt ihr vor Ort so etwas gesehen?
    Nach deinem Bericht wäre sicherlich eine Alternative, nur Tagestouren zu unternehmen. Wir lange und wo wart ihr genau.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Janine sagt

      Liebe Kerstin,

      ich freue mich sehr, dass ich deine Vorfreude steigern konnte. Georgien ist ein wunderbares Land. So vielseitig. Und Svanetien ist das i-Tüpfelchen. 🙂
      Ich habe im Internet gelesen, dass es durchaus Träger für die Rucksäcke gibt. In Mestia selbst gibt es eine kleine Touri Information die alle Infos rund um die Wanderstrecken haben. Ich denke ein Träger ist nur eine Frage des Geldes…
      Gesehen haben wir allerdings keine.
      Wir waren 3 Nächte in Mestia und haben da 2 Tagestouren gemacht. Und 3 Nächte in Ushguli. (Aber nur weil die Wetterprognose nicht so gut war. Ansonsten reichen dort auch 1-2 Nächte.) Bei 1 Nacht muss man die Wanderung zum Gletscher in Ushguli dann früh morgens beginnen um Nachmittags noch ein Auto zurück nach Mestia zu erwischen. Deshalb lieber 2 Nächte dort verbringen und ganz entspannt die Gletscherwanderung angehen. 🙂
      Hast du noch andere Fragen?
      Ganz liebe Grüße Janine

  4. Wow, vier Wochen in Georgien! Das ist mal ne Ansage, und wie man sieht kann man sich in diesem hübschen kleinen Land nicht langweilen 😉

    Ich bin ja auch mit dem Georgien-Virus infiziert und plane schon die dritte Reise… dann schaffe ich es hoffentlich auch endlich nach Swanetien, danke für die Wander-Tipps!

    Sehr überrascht bin ich auch über eure Erfahrung mit Batumi. Habe mir den Ort ganz anders vorgestellt, nachdem ich in der Türkei mitbekommen habe, wie viele Männer da gerne hinfahren… nicht nur wegen der Casinos *hust* 😉

    • Janine sagt

      Hihi. Ja wir hätten es vorher auch nicht geglaubt, aber 4 Wochen Georgien ist echt machbar ohne Langeweile. Eigentlich hätten wir sogar noch länger bleiben können, da wir nicht alles „geplante“ geschafft haben. Aber so haben wir wenigstens ein paar gute Gründe wieder zu kommen. 🙂

      Ohjaa..Svanetien musst du diesmal unbedingt einplanen. Für uns war es das absolute i-Tüpfelchen. Wir haben 6 Tage in den Bergen verbracht und uns richtig wohl dort gefühlt.

      Batumi hat uns selbst überrascht. Wir hätten es uns auch anders vorgestellt. Aber die Stadt besitzt absoluten Wohlfühlfaktor und das nicht nur für Männer 😉

  5. Georgien, das liest sich sehr spannend und sieht sehr schön aus, v.a. das Essen Kann man diese unaussprechlichen Ortsnamen jemals flüssig über die Lippen bringen? Liebe Grüße, Ines

    • Janine sagt

      Hihi liebe Ines. Wir können es bis heute nicht aussprechen. Komischerweise fällt uns das persische hier im Iran dann doch leichter. 😉

  6. Toller Bericht und super interessante Wanderungen. Nach Ushguli würde ich auch sehr gerne nochmal – ich hatte es ja nur bis Mestia geschafft.
    Danke auch für die Erwähnung meines Reiseberichts – ehrt mich sehr. 🙂

    • Janine sagt

      Danke Chris. Svanetien ist ja definitiv immer wieder eine Reise wert.
      Und die Verlinkung ist sehr gern geschehen. Habe zur Routenplanung viel bei dir gelesen, vor und während unserer Reise. 🙂

  7. Pingback: Tiflis - Tipps und Highlights | Finding Hummingbirds

  8. Wow! Wunderschöne Bilder und eure Highlights überschneiden sich ziemlich mit meinen. 🙂 Auch Armenien ist übrigens sehr empfehlenswert. Insbesondere Svanetien war das allergrößte Highlight überhaupt! Fahren die Mashrutki mittlerweile etwas mehr nach Plan, da ihr von Tickets in Shops redet? 2015 musste man noch selbst mit den Taxifahrern verhandeln und es war etwas teurer wie es scheint…

    Viele Grüße
    Olli von wasgesternwar

    • Janine sagt

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. 🙂 Armenien heben wir uns für ein anderes Mal auf, wir haben aber auch von anderen Reisenden gehört das es toll dort sein soll. 🙂
      Und ja..du hast recht….Svanetien ist DAS absolute Highlight in Georgien. Wir sind jetzt seit 3 Monaten auf Reisen und können Svanetien einfach nich vergessen.
      Naja…so wirklich n planmäßig fahren die Marhsrutkas immer noch nicht. Wir dachten das zunächst wegen den Kauf in den Shops…aber als wir dann am Morgen fahren wollten, hieß es wieder warten bis andere Mitfahrer kommen (falls welche kommen). Wir hatten erst schon Angst, das wir unser Geld in den Sand gesetzt hätten, aber am Ende kamen noch 2 andere Touristen. Die hatten ihre „Tickets“ in nem ganz anderen Shop gekauft und saßen erst auch in einem anderen Auto (das ist uns wiederum auf der Rückfahrt nach Zugdidi passiert). Es wäre super wenn wirklich nur EIN Shop Tickets verkauft. Dann wüssten sie auch wie viele Personen wirklich fahren wollen. Preislich gesehen, stehen aber Festpreise in Mestia. Für die Rückfahrt nach Ushguli sieht das aber schon wieder anders aus..da handelt man noch 😉 Also das Fazit: Es scheint erst nach etwas mehr Plan…es ist aber nicht so. Hahaha.

      Liebe Grüße!

      • Ok sehr interessant! Ja Armenien ist wirklich spannend. Wenn ihr Interesse habt schaut mal meine Highlights in Georgien und Armenien an: https://wasgesternwar.com/10-highlights-einer-reise-durch-den-kaukasus/

        Nach Ushguli haben wir damals zu viert 180 GEL gezahlt, falls ich mich richtig erinnere. Dafür hatten wir einen Fahrer der wirklich von früh morgens bis spät abends für uns da war. Wir konnten überall auf dem Weg stoppen für Fotos und da zwei Polen mit mir waren konnten sie auf Russisch mit ihm reden und alles übersetzten. War fast schon wie ein Guide. 😀 Wir hatten dann auch noch ewig Zeit alleine in Ushguli. Hat sich richtig gelohnt.

        Viele Grüße
        Olli von wasgesternwar

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