Irland
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Dublin: Horrornacht in der Eliteuni

Dublin Molly Malone

Diesmal ist irgendwie der Wurm drin. Wie das eben so ist, wenn man es sich so schön ausmalt. Gestern Nacht zogen wir los nach Dublin und da ging’s auch schon los: Wir warteten am Flughafen eine gefühlte Ewigkeit auf den Abflug ..kurz und knapp vorm Nachtflugverbot. Mit ca. einer halben Stunde Verspätung ging es dann endlich mit der grünen Aer Lingus los. Wegen verschiedener Konzerte in der irischen Hauptstadt u.a. Fleetwood Mac, hatten wir im Vorfeld kaum noch ein erschwingliches Zimmer bekommen, bis ich ein Angebot vom berühmten Trinity College sah. Im Sommer werden die Wohnungen der Studenten an Touristen vermietet. Klasse dachte ich mir. Das Trinity College kennst du..also kein langes Suchen mitten in der Nacht nach der Unterkunft.

Wir erreichten die schöne Universität ca. 1:00 Uhr und klingelten an der Pforte. Der Security Mann machte uns auf und meinte so etwas wie: Wir haben keine Betten mehr frei und ihr müsst leider draußen schlafen. Ich bekam erstmal riesige Augen. So viel irischen Humor (haha) war ich gar nicht mehr gewöhnt. Und nun bekomm ich endlich mal meine Chance, einen typisch deutschen Fernsehsatz einzubauen, den ich besonders oft bei „Goodbye Deutschland“ gehört habe. „Zu diesem Zeitpunkt konnten sie noch nicht ahnen, das aus dem Witz bald bitterer Ernst werden würde.“

Nachdem uns der Security sinnbildlich auf die Schulter klopfte und seinen Witz noch immer super fand, gingen wir ins Office. Und dann suchte er unser Schlüsselpackage: Zimmerkarten, Standplan und Co.

Er wühlte 10 mal durch den Haufen, aber es war nichts da. Nun fand er seinen Witz gar nicht mehr so lustig. Und wir auch nicht. Aber „no worries“..wir sind in Irland. Irgendwie wirds schon ne Lösung geben. Der Security Mann telefonierte lautstark herum. In der Zwischenzeit kamen auch andere Gäste..deren Schlüsselpackage war selbstverständlich da.

Das Kuriose: Auf der Reservierungsliste standen wir an erster Stelle! Nur nützte das dem Security nichts, da er nur die Pakete ausgibt, aber keine Schlüsselkarten anfertigen kann, darf und will. Und unser Paket war nun mal nicht da.

Gegen 1:45 kam endlich eine Studentin vom Campus. Sie kümmerte sich um uns. Sie schmiss in der eigentlichen „Rezeption“ den Computer an und händigte uns 2 Karten aus. Mit einem Kleinbus fuhr uns dann ein anderer Student über den Campus bis zum letzten Gebäude. Blöd nur dass wir gar nicht wussten welche Zimmernummer wir hatten. Oh nein. Wir ahnten schlimmes. Er schrieb eine SMS an die andere Studentin. Puh. Zum Glück. Die Antwort kam fix. Nun durften wir ins Gebäude und zum Zimmer. Endlich. Es war bereits nach 2.

Glücklich betraten wir das Zimmer, doch dann gab es das große Erwachen (aus dem Schlaf den wir leider noch nicht hatten). Unser Zimmer war benutzt! Benutzt! Ich muss es nochmal schreiben: Benutzt!

Wir haben ja schon einiges erlebt auf Reisen, aber ein benutztes Zimmer war jetzt 2:15 Uhr (in Deutschland übrigens schon 3:15 Uhr) echt unsere (Welt)Premiere. Das Bett war zerwühlt, eines der 2 Handtücher lag benutzt auf dem Fußboden. Der Mülleimer voll, leere Wasserflaschen im Regal.

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Oh Gott. Was nun? Die Studenten waren schon längst über alle Berge, der Weg bis zu den Securitys total weit und wir übermüdet. Also durchsuchten wir die kleine Butze nach Ersatzbettwäsche. 2 frische Kissen im Schrank gabs schon mal. Super. Mehr allerdings nicht. Wir rissen die Laken vom Bett, drehten die Decke um, benutzten die „Zwischendecke“ zum drauflegen usw. usf.
Aber wohlfühlen ist echt was anderes.  Leider lag unser Zimmer auch noch genau zu einer Hauptstraße raus und wer die alten irischen Fenster kennt, weiß wie wenig die isolieren. Ein Fahrstuhl genau neben unserem Zimmer, gab uns dann noch den Rest. Und so wechselten sich Ekel, Autos und Fahrstuhl im beinahe gleichmäßigen Takt ab, um uns die Nacht zu „versüßen“. Was für eine schreckliche Nacht!

Nun wissen wir warum Check Out schon um 10 ist. Länger hält man es dort sowieso nicht aus.

Wir standen bereits vor 10 Uhr an der „Rezeption“ und klagten unser Leid. Letztlich bekamen wir einen Rabatt auf den Zimmerpreis. Leider nicht in der Höhe wie wir es für anmessend gehalten hätten. Egal. Nicht weiter ärgern. Erstmal ein (Frust) full Irish Breakfast im Pub genießen. Danach war alles schon besser.

Bis wir dann im schönen Bray ankamen. In freudiger Erwartung auf ein extra für uns gesäubertes Zimmer, stellten wir uns an der Hotelrezeption vor. Und dann gab es für uns schon wieder keine Zimmerkarte („Ich habe heute leider keine -Zimmerkarte- für dich. Haha.) Dieses Mal sei die Buchung irgendwie erst gar nicht im Hotel angekommen. Leider seien sie auch schon ausgebucht.

Nee. Nicht deren Ernst oder? Wussten die denn nicht, was für eine unangenehme Nacht wir gerade erst hinter uns hatten?

Dann aber Entwarnung: Wir können in ein anderes Hotel. Den dortigen Preisaufschlag zu unserem gebuchten Zimmerpreis, übernehmen sie. Und zum Abendessen sind wir auch noch eingeladen.

Das lief dann doch um einiges besser als im Trinitiy College.

Nun liege ich also gerade auf dem frischbezogenen Bett. Die Luft der irischen See weht mir um die Nase (herrlich) und wir sind satt und zufrieden. Für heute ist also doch noch alles gut ausgegangen.

Unser Entschädigungsessen:

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Bleibt dran wenn ihr wissen wollt wie’s weiter geht (Mit Goodbye Germany, Hello Ireland!). Fortsetzung folgt. Gute Nacht! :)

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Kategorie: Irland

von

Weltentdecker, Erdbeerfee, Kolibri-Geschwirr- und Hundenasenstupser-Verliebte. Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und den schönsten Orten der Welt!

10 Kommentare

    • Janine sagt

      Vielen Dank! Es hat sich inzwischen alles doch erheblich verbessert. ;)

  1. Natzi sagt

    Es kann nur besser werden. Erstmal ankommen, raus aus der Grossstadt und dann wird das schon. Ich drücke euch die Daumen! Passt auf euch auf!

    • Janine sagt

      Danke Natti :) Jetzt sind wir a Atlantik und es ist rau, wild und wunderschön. Unser Zimmer im B&B durften wir uns sogar aussuchen. Jetzt haben wir es schön sauber und ruhig. Jippieh. :)

  2. Ach du meine Nase … bei dem Start kann es nur noch aufwärts gehen. Wünsche Euch viel Spaß und drücke für weitere saubere, ruhige Zimmer die Daumen. :-) LG, Ines

    • Janine sagt

      Liebe Ines..es geht so auf und ab. Nichts ganz mehr so extremes, aber laute Schnarchsägen und unfreundliche Gastgeber sind auch nicht so das Gelbe vom Ei. Dafür spielt das Wetter mit (Toi,toi, toi) und die Landschaften sind sowieso unschlagbar!

  3. Kaddy sagt

    Ich wünsche euch, dass es ganz bald nur noch schöne, angenehme Momente gibt :)

    • Janine sagt

      Danke liebe Kaddy. Heute hatten wir so einen: Wir haben den berühmten Dingle Delfin Fungie gesehen. Unglaublich was für Glücksgefühle Delfine in mir auslösen. So wie in Costa Rica schon. Ein Delfin am Tag und alles ist gut. ;-P

  4. Ein Freund hat mir heute Morgen erst von schimmeligen Hostel-Zimmern in Irland berichtet! Ich selbst habe mit B&Bs dort nur die besten Erfahrungen gemacht. Einfach putzig, diese Nächte in fremden Häusern und doch manchmal wie bei Mutti – inklusive Plüschtieren auf dem Bett!
    Viele Grüße
    Franziska

    • Janine sagt

      Liebe Franziska,

      eigentlich ist diese schlechte Erfahrung für mich auch neu. Abgesehen von den alten (undichten) Fenstern hatte ich in Irland bisher nie etwas auszusetzen. Dasjetzt war aber tatsächlich echt übel.
      B&Bs finde ich auch klasse. In denen sind wir jetzt auch bis zum Ende unterwegs. Nur jetzt gerade habeen wir eine grimige Gastgeberin (passt so gar nicht zu Irland). Die ist echt streng und wir haben Angst, dass sie uns morgen ins Rührrei spuckt, weil wir ihre Tagesdecke am Boden liegen lassen haben. Hahahaha.
      Liebe Grüße Janine

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