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Von einer, die auszog und sich in das Reisen verliebte.

Reisen Liebe

Ich kann mich noch genau an eine meiner ersten Reisen erinnern. Damals war ich 6 Jahre alt und es ging in die Türkei. Alles war so aufregend. Ein großes Hotelzimmer, ein Swimming Pool, viele Leckereien und Knabbereien, die ich vorher noch nie gesehen habe. Im Fernsehen sprachen meine Lieblingstrickfilmfiguren plötzlich nur noch Kauderwelsch. Und draußen erstmal. Da sprachen alle so.

Am gegenwärtigsten sind mir jedoch tatsächlich die Begegnungen mit den Menschen vor Ort geblieben. Als kleines Mädchen habe ich sehr viel Aufmerksamkeit erhalten. Die Türkei ist eben ein kinderliebes Land. Die Einheimischen geizten wahrlich nicht mit Freundlichkeit und manchmal auch mit kleinen Geschenken. Wie ein Granatapfel, eine Tüte Pistazien oder eine Puppe.

Alles war so spannend und aufregend. Besonders mochte ich es Abends durch die Straßen zu laufen. Alles war dann beleuchtet, sah wunderschön und friedvoll aus. Außerdem hieß das natürlich lange Aufbleiben. Und da ich auch damals schon eine Nachteule war, machte das den Urlaub doppelt so großartig für mich.

Wir machten Ausflüge zu wunderschönen Wasserfällen, zu uralten Amphitheatern, zu großen Basaren und tollen Stränden.

Und dann irgendwann war es vorbei und es ging zurück nach Hause. Damit war das Abenteuer jedoch noch nicht vorbei. Im Gegensatz zu heute liebte ich das Fliegen damals abgöttisch und freute mich immer sehr darauf. Meistens war unser Zielflughafen Berlin Tegel und mit einem Transfer ging es von dort zurück nach Rostock. Ich fand das immer richtig spannend. Und die Liebe zum Flughafen TXL ist bis heute geblieben. Immerhin war er von Kindesbeinen an für mich das Tor hinaus zur großen, weiten Welt.

Viele Jahre kehrten wir zurück in die Türkei und andere Südländer. Manchmal zweimal oder dreimal im Jahr. In der Schule hatte ich immer viel zu erzählen. Und ja, ich gebe es zu: Manchmal habe ich Dinge ausgeschmückt und hoffnungslos übertrieben, wie man das als Kind wohl so macht, denn ich war unglaublich stolz darauf so weit weg gewesen zu sein, während meine Schulfreunde irgendwo an der Ostsee waren. Wenn ich sah wie bei meinen Erzählungen auch deren Augen glänzten, wusste ich das, das viele Reisen keine Selbstverständlichkeit sein konnte. Und dennoch bei uns war es eine. Die Ferien zuhause verbringen war oft gar keine Option, denn da draußen wartete so viel zum Entdecken und Erleben.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich schon seit frühen Kindheitstagen immer wieder sooft in der Ferne war.

In dieser ganzen Zeit liebte ich unsere Urlaube zwar schon, aber es zwang mich nicht um jeden Preis in die Welt hinaus. Das sollte sich dann vor einigen Jahren gravierend ändern. Es zog mich als Au pair für 1 Jahr nach Irland. Obwohl ich dort die Verantwortung für 2 kleine Kinder übernahm, in der Woche täglich arbeiten musste, manchmal bis spät in die Nacht und  mich an meine Gastfamilie anpasste, war ich in Irland so frei wie noch nie in meinem Leben. Und Freiheit ist eine der schönsten Begleiterscheinungen des Reisens. Die Luft der Freiheit und Unabhängigkeit, die ich in Irland geschnuppert hatte, wollte ich nun immer wieder einatmen. Und das tat ich auch. Während meines Studiums zog es mich meist mit Natti quer durch Europa und heute nutzen Andi und ich jede Gelegenheit die sich ergibt, um die Welt zu erkunden.

Reisen ist für mich dabei schon lange nicht mehr einfach nur ein Hobby oder eine einfache Art der Freizeitgestaltung.

Reisen ist für mich eine Erfüllung, das Verwirklichen von vielen großen und kleinen Träumen, es ist ein zu mir selbst und zu Anderen finden. Es öffnet mir so oft die Augen, verschiebt Denkweisen in meinem Kopf und eröffnet mir so viele neue Möglichkeiten.

Schon das Schreiben über das Reisen lässt meinen Puls nach oben gehen. Reisen bedeutet für mich glücklich sein. Ich gebe alle Verpflichtungen am Flughafen ab und kann mich so einlassen auf all das Neue was mich erwarten wird.

Ich liebe es den Alltag hinter mir zu lassen und mir stattdessen den Alltag der Anderen anzuschauen. Es gibt keine Zeit des Jahres in der Andi und ich so harmonisch zusammen leben wie im Urlaub. Selbst in 4 Wochen am Stück, wo wir jeden Tag 24 Stunden aufeinander hocken genieße ich jeden Moment. Es gibt keine Wäsche die aufgehangen werden muss, kein Staub der gesaugt werden will und kein Müll der runtergebracht werden muss. Somit kann auch niemand von uns etwas falsch machen. 😉 Denn meistens sind es im Alltag ja doch die kleinen und so unwesentlichen Dinge, die mal zum Streit führen. Oder der Stress auf Arbeit, der Zuhause ein Ventil sucht.

Auf Reisen jedoch erleben wir zusammen so viele schöne Dinge. Und selbst, wenn wir unschönes Erleben, können wir daran zusammen wachsen.

Ich liebe aber auch die Zeit nach dem Reisen. Wenn immer wieder die Erinnerungen hochkommen. Wir uns auf einem Waldspaziergang über den tollen Regenwald in Costa Rica unterhalten, im Restaurant über unseren Kochkurs in Vietnam, an der Spree über unseren abenteuerlichen Bootstrip in der Nusschale auf offenem Meer. All unsere Erinnerungen sind so kostbar und wertvoll. Mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Gerade deshalb ist uns auf Reisen auch kein Cent zu schade. Niemals – nie.

Die Liste was ich am Reisen liebe ist so unwahrscheinlich groß, so groß eben wie meine Liebe zu ihr.

Gutes Essen, Zeit für sich selbst, prägende und bedeutende Begegnungen. Mit wenig glücklich sein und doch so viel besitzen.Sich selbst kennenlernen, über sich hinaus wachsen, Ängste überwinden, Träume leben!

Ich liebe die neuen Gedanken, die die fremden Kulturen in mir aufrufen. Natürlich gibt es oft auch erste Beührungsängste, vor allem mit den Einheimischen. Aber am schönsten ist es dann, wenn man sich in den Menschen getäuscht hat. Und das im positiven Sinne. Wenn ein Lächeln mit keiner Erwartung im Zusammenhang steht, eine Berührung nicht bedeutet, dass dich jemand ausrauben will.

Jedes Mal und immer wieder bin ich erneut überrascht wieviel schönes unsere Welt zu bieten hat. Es gibt so viele kleine und große Wunder, so viele Gänsehaut Augenblicke. Und davon will ich mehr, mehr, mehr!

Noch 1,5 Jahre später schaue ich mir so gerne das Video von unserer Delfin Safari in Costa Rica an.  Komisch, wie diese 2 Stunden in meinem Leben mich bis heute glücklich machen können. Es war einfach ein Gänsehaut Moment, der ganz für sich allein stand. Nichts war in diesem Augenblick mehr wichtig, außer das Leben selbst. 🙂

Und so geht es weiter, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet, hinaus in die Welt. Und von keiner Reise kehre ich je so zurück, wie ich gegangen bin. Danke Welt was du da so mit mir machst, danke dass du so schön sein kannst!

Geht es euch ähnlich? Ich freue mich über eure Gedanken / Kommentare.

Nachfolgend noch mein großer Glücksmoment aus Costa Rica.

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4 Kommentare

  1. Annedore sagt

    Ich bin jedes Mal begeistert, wenn ich Deine Reise- oder andere Berichte lese. Es ist so wundervoll geschrieben – man könnte die Augen zu machen – es liest Einer mir vor – und ich kann Dir so wunderbar folgen und alles selbst miterleben. Als wäre ich Kind gewesen und hätte all die schönen Dinge erleben dürfen und dabei tief durchzuatmen. Leider durfte ich das alles nicht haben und erfreue mich, wenn Jemand so wie Du dankbar dafür ist und die Welt mit so großen Augen sich an die vielen kleinen Dinge erfreuen kann. Schreibe weiter, ich will mehr, mehr, mehr von Deinen so schön geschriebenen Erlebnissen lesen!
    Danke und liebe Grüße Deine Eltern.

    • Janine1501 sagt

      Ich freue mich so, dass euch die Berichte gefallen und wir euch mitnehmen können auf unsere Abenteuer. 🙂 Es ist schön, das es heutzutage so einfach ist, sowohl die Welt zu erkunden, als auch die eigenen Entdeckungen mit den Liebsten zu teilen.

  2. „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ In diesem Sinne, ich wünsche Dir noch viele Seiten äh Reisen 😉 Und da wir ja reise-seelenverwandt sind noch viel Austausch zu unseren Reisen. LG ines

    • Janine1501 sagt

      Danke liebe Ines. 🙂 Ich freue mich auch auf weiteren Austausch und viele tolle, prägende Erlebnisse! 🙂

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