Begegnungen, Gedanken, Vietnam
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Auf die kleinen Dinge kommt es an. Und auf den Weltmeistertitel.

Wir haben bisher fantastische Sachen erlebt, Landschaften entdeckt an denen wir uns gar nicht satt sehen konnten und doch waren es vor allem die Kleinen Dinge, die uns mitten ins Herz trafen.

Die meisten Menschen hier sind wirklich so freundlich, dass man gar nicht anders kann, als fortwährend lächelnd durchs Land zu ziehen. Und da dies so gut tut, geben wir auch gerne etwas zurück.

Da war zum Beispiel die alte Frau in Hoi Anh, die in der Dunkelheit ihre schwimmenden Laternen zu verkaufen versuchte. Wirklich unaufdringlich zog sie an uns vorbei und setzte sich dann ermattet an das Flussufer. Und obwohl wir schon längst Laternen zu Wasser gelassen haben, gingen wir zu ihr und kauften ihr welche ab. Selten habe ich so ein ehrliches Strahlen in den Augen von jemandem Fremden gesehen. Und dann stellte sie sich an unsere Seite, umarmte uns und wollte, dass wir ein Foto mit ihr machen. Und wie hat sie sich erstmal gefreut, als sie das Bild dann angeguckt hat. Herzerwärmend.!

Und dann war da noch das Mädchen, das strahlte, als wir zum zweiten Mal an ihren Stand gekommen sind und ihren Bananenpfannkuchen gekauft haben.

Das Housekeeping in Hoi Anh, das uns jedes Mal soooo freundlich und herzlich gegrüßt hat. Für uns war das hinterlassene Trinkgeld nicht der Rede wert, für sie aber ein schönes Geschenk.

Genauso für die nette Bedienung im Essenswagon unseres Nachtzuges. Erst weigerte sie sich es anzunehmen,  war irritiert, dann freute sie sich umso sehr.

Aber nicht immer spielt Geld eine Rolle. Wir wurden von so vielen Menschen so herzlich behandelt ohne das von uns irgendeine Gegenleistung erwartet worden wäre.

Allein ein Lächeln und ein freundlicher Gruß, reicht aus für ganz viel Gastfreundschaft.

So erwischte uns einmal ein heftiger Regenschauer und wir suchten Zuflucht unter dem erstbesten Dach. Das wir beinahe mitten in einem Wohnzimmer standen wurde uns nicht gleich bewusst. Als wir es realisierten stellten wir uns so weit weg wie möglich, aber dann kam der Hausbesitzer und stellte uns 2 kleine Stühle hin. Noch saßen wir am Rand, aber nachdem er mehrmals gestikulierte wir mögen doch in die Mitte rücken, sonst werden wir von der Seite nass, trauten wir uns endlich und saßen mit ihm fast in seinem Wohnzimmer (die Häuser/Hütten sind alle offen gebaut und beginnen direkt mit dem Gemeinschaftszimmer) und warteten zusammen den Regen ab.

Auf diese und ähnliche Weisen entstehen hier schnell Bindungen und ein herzlicher Umgang. Getoppt wird dies nur noch, wenn wir gefragt werden woher wir kommen und dann alle mit uns auf den Weltmeistertitel anstoßen oder uns die Hände drücken. Es macht wirklich Spaß als Fußballweltmeister durch Vietnam zu reisen.  :)

Apropos reisen: in meinen ersten Artikeln erwähnte ich Harvey unseren netten Guide von der Foodsafari. Mit ihm haben wir ja viel gegessen und getrunken,  aber eines fehlte: frischer grüner Tee. Er wollte uns diesen noch in Hanoi zum Hotel bringen, aber das hatte nicht geklappt. Also sollten wir ihn auf dem Laufenden halten, wo wir lang reisen.  Irgendwie würde er uns den Tee schon noch zukommen lassen. So ganz geglaubt haben wir das ja erst nicht, aber dann fast 2 Wochen nach unserem Abschied von Hanoi, erhielten wir einen Anruf in Saigon: wir sollten doch mal an der Rezeption nach unserem Tee fragen. Und da lag er dann für uns bereit. Harveys Frau hatte beruflich in Saigon zu tun und ihn für uns abgegeben. Von all den schönen Dingen, die wir mit nach Hause bringen, wird der Tee beinahe das wertvollste sein, denn er ist nicht nur von unserem Guide, sondern von einem Freund.

Dieses Gefühl so herzlich willkommen zu sein ist unbezahlbar. Es macht diese Reise zu einer ganz Besonderen. Und eines ist Gewiss: ein paar kleine Wörter, wie Guten Tag und vielen Dank, in der Landessprache zu beherrschen, öffnet nicht nur Türen, sondern auch Herzen.

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4 Kommentare

  1. Das hast du einfach wunderbar geschrieben! Das sind die Art Reiseberichte die ich von dir besonders liebe! Hier spürt man genau, warum du das reisen so liebst – dass es die Begegnungen mit fremden Menschen und Kulturen sind, die das Reisen erst so Besonders macht.

  2. Vielen lieben Dank Natti. Und du hast Recht. Genau wegen solchen Momenten liebe ich das Reisen. Solche Begegnungen sind unbezahlbar und prägen mich das ganze Leben. Kein monument der Welt ist so kostbar wie das Leben selbst. Das Glück, das Lächeln, die Herzenswärme.

    • Janine sagt

      Danke Christian…
      letztendlich sind das ja auch mit die schönsten Geschichten die das Reisen schreibt. Ich glaube ich werde davon in Zukunft auch mal wieder mehr schreiben.
      Und von dir würd ich sowas auch gern lesen. :-)
      LG Janine

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